BURLAGE ... DORF MIT PFIFF!
Gemeinde Rhauderfehn

Burlage

 

Erstmals wird der Ort 1319 als selbstständige Kommende des Johanniterordens mit dem Namen Buyrle erwähnt. Es soll sich bei Burlage und Langholt um Gründungen des Templerordens gehandelt haben. Fromme Friesen, die sich auch an den Kreuzzügen beteiligten, stifteten dem Orden ihr Land, das später vom Johanniterorden übernommen wurde. 

  

1645 taucht die Bezeichnung Buhrlage auf, seit 1719 ist die heutige Schreibweise geläufig. Der Name wird von dem Wort „*būr-lâ“ abgeleitet, das Bauernwald bedeutet. Nach der Beseitigung wurde dem noch ein -Lage angefügt, das auf eine freie Fläche hinweist. [1] Nach der Reformation vergaben die Johanniter ihren Besitz in Burlage in Erbpacht. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird Renneke/Reinecke von Trier als Pächter genannt. Dieser, der auch als Pächter der Johanniterkommende Hasselt genannt wird, gerät später in Insolvenz und verließ Ostfriesland in Richtung Oldenburg.

Vor dem Dreißigjährigen Krieg pachtete dann der Emder Vierziger und Bürgermeister Hermannus Meyer das Gut. Er war ein Vertrauter und früherer Sekretär des Grafen Edzard II. (Ostfriesland) als Gegenspieler des Grafen Johann I. (Ostfriesland).

 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg werden dessen Enkel und Urenkel Harm Reinders und sein Sohn Reinder Harms als Pächter erwähnt. Sechs Generationen lang bewirtschaftete die Familie das Gut, bis es zu Streitereien kam, weil der Orden katholische Siedler aus dem Hümmling in einem Heidegebiet, das heute Jammertal heißt, ansiedeln wollte. Da sich die Nachfahren des Harm Reinders als Erbpächter von ganz Burlage verstanden, waren sie mit diesem Vorgehen nicht einverstanden. Gerade der Haupthof mit seinem Steinhaus, Wiesen und Äckern bot der Familie ein einträgliches Einkommen.

Die erfolgreiche Bewirtschaftung Burlages war jedoch von großen Schafherden abhängig, für die man die Ödländereien brauchte. Es kam zu Prozessen in mehreren Instanzen. Zwei Instanzen entschieden zugunsten der Familie Meyer. [2] In der dritten Instanz vor dem „Obertribunal“ in Berlin wurde am 31. Oktober 1776 für den Johanniterorden entschieden. Familie Meyer - diesen Familiennamen hatte die Familie zwischenzeitlich wieder angenommen - musste Burlage verlassen, und es kam es zur Neuversteigerung der Burlager Siedlerstellen, bei der Mitglieder der alten Pächterfamilie Reinders/Meyer nicht zugelassen waren.

 

1649 gab nur den alten Haupthof, das Vorwerk des Johanniterordens, mit seinem Steinhaus. Im Volksschatzungsregister von 1719 wurden vier Familien in Burlage genannt: [3]

 

  • Harmen Reiners seine Frau und drei Söhne

  • Harmen Rolffs u. deßen Frau, dabei wohnen 2 alte Leute und Knecht

  • Ficke Hinrichs deßen Frau und ein Junge

  • Claaß Carstjen und seine Frau mit 3 Kinder

 

1776 war Burlage auf sieben Höfe angewachsen, die alle im Besitz der Nachkommen des Hermannus Meyer waren. Der Haupthof besaß genügend kultiviertes Land, hier konnten vier Pferde und 20 Stück Rindvieh gehalten werden. Die Neusiedlungen boten nur ein dürftiges Einkommen. Der Johanniterorden ließ die Burlager Pachtstellen neu versteigern, wobei die Pachthöfe verkleinert wurden, so dass die Kultivierung des Landes effektiver geschehen konnte.

 

Dieses Vorgehen führte zu einer weiteren Parzellierung Burlages und der Ansiedlung katholischer Siedler aus dem Hümmling. Wenige Jahre später gab es bereits 29 Höfe/Siedlerstellen in Burlage. [4]

Am 1. Januar 1973 wurde Burlage in die neue Gemeinde Rhauderfehn eingegliedert. [5]

 

 

 

 

Quellenangaben:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Burlage_(Rhauderfehn)