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Gemeinde Rhauderfehn

Willkommen in Burlage (Ostfriesland)


Dorfgemeinschaftsfest 30.07.-01.08.2021

Burlager FireNight 30.07.2021 mit KERSTIN Ott und Akustik Stereo

 


Burlages Neue Ortsbürgermeisterin Renate Wichert

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10.08.2020

Ein Kneipenabend in Zeiten von Corona

QUELLE: GENERAL_ANZEIGER, Rhauderfehn...
Burlage - Schon von Weitem schallt mir der Song „Summer of ‚69“ entgegen. Vorfreude kommt auf. DJ Thomas Schulte legt in meiner Lieblings-Dorfdisco auf, im Tigris in Burlage. Endlich wieder nach der langen Corona-Pause. Der eigentliche Discobereich bleibt aber noch geschlossen. Das Tigris veranstaltet einen Musik-Abend in der Kneipe – unter Einhaltung der Corona-Richtlinien, wie der Inhaber Muhsin Canpolat betont. Kann das eine Alternative zur Disco sein? Und kommt überhaupt Stimmung auf? Das habe ich an einem Abend mit Freunden ausprobiert.

Bevor wir eingelassen werden, eine erste Beobachtung, die den Unterschied zur Vor-Corona-Zeit deutlich macht: Nicht jeder kommt rein: Die Gruppe vor uns hatte nicht reserviert. Eine Reservierung ist aber unbedingt erforderlich.

Meine Gruppe hatte sich Tage vorher schon angemeldet. Wir dürfen das Lokal mit Mund-Nasen-Schutz betreten und müssen am Empfang unsere Kontaktdaten hinterlegen. In der Kneipe strahlt uns buntes Licht entgegen, der 90er-Hit „Mr. Vain“ tönt aus den Boxen. Es kommt direkt gute Laune auf. Vor ein paar Monaten wäre ich noch ausgelacht worden, wenn ich die nicht einmal 30 Menschen, die in kleinen Gruppen mindestens zwei Meter entfernt voneinander im Raum sitzen, als „viele“ bezeichnet hätte. So ändern sich die Zeiten.

Die Freude ist groß, Bekannte wiederzusehen. Doch statt einander herzlich zu umarmen, winken wir uns nur zu. Mein Lächeln können sie nicht sehen: Ich trage noch den Mund-Nasen-Schutz. Auch DJ Thomas Schulte steht mit Maske hinter seinem Pult.

Auf dem Boden sind Markierungen angebracht, die genau zeigen, wo man laufen darf. Außerdem trennen sie die Tischgruppen vom Gang ab. Niemand steht im Weg herum, niemand rempelt einen an. Eigentlich ganz angenehm. Nachdem wir die Lage drinnen ausgekundschaftet haben, entscheiden wir uns trotzdem für einen Tisch draußen. Ich fühle mich dort etwas wohler, weil ich es mir angewöhnt habe, Freunde nur noch draußen zu treffen. Am Tisch setzen wir unsere Masken ab und prompt kommen auch die Bekannten raus, die wir drinnen nicht begrüßen konnten, weil alle in ihren Sitzbereichen bleiben mussten. Mit Abstand stellen sie sich zu unserer Gruppe und wir unterhalten uns darüber, was wir die vergangenen Monate so getrieben haben. An unseren Tisch setzen dürfen sie sich auch hier nicht. Einige Gruppen gehen recht schnell wieder, weil bei ihnen keine Stimmung aufkam. Ich habe Glück: Wir lachen und reden viel, sind alle gut drauf.

Weil drinnen das Tanzen verboten ist, stürmen später in der Nacht drei Mädchen nach draußen und tanzen dort – mit großem Abstand zueinander. Mit einer richtigen Disconacht ist das alles nicht zu vergleichen. Trotzdem: Es ist ein schöner Abend, auch wenn die Corona-Regeln manchmal lästig sind. Auch Canpolat ist zufrieden mit seinen Gästen: „Es benehmen sich alle sehr gut und sind vorsichtig. Man merkt, dass sie solche Abende auch wirklich wollen.“

In der Kneipe Night Fever in Leer finden ebenfalls Musikabende mit DJ statt, sagt die Mitarbeiterin Sabine Freese. Die Tanzfläche ist geschlossen, die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt. „Die Gäste nehmen das sehr gut an“, so Freese. Im Café Einstein in Emden verzichtet man dagegen auf Veranstaltungen. Laut Mitarbeiterin Sopphie Schell wäre es zu schwierig, die Corona-Regeln umzusetzen. Die Bar habe aber geöffnet.

Reichlich Platz gibt es in der Disco Tange – doch Veranstaltungen sind dort nicht geplant, wie Boris Mennenga mitteilt. Der normale Discobetrieb sei weiterhin untersagt, er sehe noch keine Besserung. Das Team vom Galaxy in Georgsheil hingegen schaue gerade, ob Alternativen zum Discobetrieb in Betracht gezogen werden können, wie Simon Zielezinski sagt. Geplant sei allerdings noch nichts.



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 Herbert Broich 

 

Der Burlager Ortsbürgermeister Herbert Broich erlag in der Nacht zu Montag im Alter von 80 Jahren einer kurzen, schweren Erkrankung. „Ein trauriger Tag für Rhauderfehn“, sagte Verwaltungschef Geert Müller.

Burlage/Rhauderfehn - Burlages Ortsbürgermeister, das Fehntjer SPD-Urgestein Herbert Broich, ist verstorben. Er erlag in der Nacht zu Montag im Alter von 80 Jahren einer kurzen, schweren Krankheit.

„Das ist ein trauriger Tag für Rhauderfehn. Herbert Broich war über Jahrzehnte eine prägende Figur der Kommunalpolitik“, sagte Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller (parteilos), den die Nachricht vom Tod Broichs am Morgen erreichte. „Dass Tausende von Menschen ihn bei den Wahlen immer wieder unterstützt haben, zeigt die Wertschätzung, die er in der Bevölkerung und ebenso bei mir und im Rat hatte“, so Müller.

„Seine Stimme wird fehlen“

Der Leeraner Landrat Matthias Groote (SPD) betonte: „Herbert Broich hat sich in vorbildlicher Weise für benachteiligte Menschen stark gemacht und sich als ,internationaler Kommunalpolitiker‘ für die Versöhnung zwischen den Völkern eingesetzt. Das ist sein Lebenswerk, das ist sein Vermächtnis. Der Landkreis Leer verliert einen großartigen Sozialpolitiker. Seine Stimme wird fehlen.“

Über Jahrzehnte hinweg politisch engagiert

Der gebürtige Rheinländer Herbert Broich kam 1966 als Junglehrer zusammen mit seiner Frau Ingrid aus dem Rheinland ins ostfriesische Burlage. Dort stieg der Sozialdemokrat sofort in die Kommunalpolitik ein. Schon 1972 wurde er Bürgermeister, 1973 dann Ortsbürgermeister von Burlage. Dieses Amt hat er bis zuletzt bekleidet. Ebenso war Broich über Jahrzehnte - bis zu seinem Tod - Mitglied im Rhauderfehner Gemeinderat und im Leeraner Kreistag. 1993 bis 2003 war er zudem Bürgermeister von Rhauderfehn.

Zusammen mit seiner Frau gründete er 1973 den Arbeitskreis Schule Rhauderfehn (AKSR), der in zahlreichen Projekten seit Jahrzehnten Benachteiligte unterstützt. Dazu gehören der Projekthof in Burlage und die Rhauderfehner Tafel.


„Verfechter für Rechte der Menschen“

„Über die Grenzen Rhauderfehns hinaus war er als Verfechter für die Rechte der Menschen bekannt. Er hat mit einer Überzeugungskraft, die seinesgleichen sucht, manches Projekt durchgesetzt und war sich nicht zu schade, auch einmal um eine Sache streitbare Diskussionen zu führen“, betonten am Montag Geschäftsführer Helmut Fennen und das Team des AKSR.

Erst im Dezember hatte Herbert Broich seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er hinterlässt seine Frau Ingrid, mit der er seit mehr als 50 Jahren verheiratet war, sowie drei Kinder und sechs Enkel.





General-Anzeiger, Rhauderfehn 2020




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